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Schüleraustausch 2026 – Johann Comenius Schule Emmerthal – Grundschule Bolesław Krzywousty Wolin

Unser diesjähriger Austausch sollte ganz anders verlaufen als die Austausche der letzten Jahre, und dies in zweifacher Hinsicht.

Als Tagungsort war dieses Mal nämlich ein Bildungshaus in dem kleinen Örtchen Krajnik Gorny, westlich von Schwedt an der Oder, ausgesucht worden. Dies bedeutete also, dass auch unsere polnischen Freunde von der Ostseeküste aus per Bus anreisen mussten, der Austausch würde nicht in Wolin stattfinden. Und genau dieser Bus sollte dann auch uns vom Bahnhof in Schwedt abholen und kurz über die Grenze nach Polen bringen.

So der Plan, aber der Bus kam nicht! Als ich infolgedessen die Nummer von Pfarrer Miczkula, dem Leiter der polnischen Seite, gewählt hatte, sagte mir eine sehr vertraute, aber auch sehr erstaunte Stimme: “Heute nein, nächste Woche!”

Ich war fassungslos, sollte der diesjährige Austausch etwa ins Wasser fallen? Wie würde es weitergehen? Die Jugendlichen unserer Gruppe taten zunächst einmal so, als würde sie diese Nachricht nicht schocken. Sie gingen in den benachbarten Supermarkt und statteten sich mit Süßigkeiten und Getränken aus. Die Jungs kauften sich einen Fußball und kickten ein wenig auf der Wiese, die Mädchen hockten im Schatten oder hielten sich in der nahegelegenen Einkaufsgalerie auf.

Und dann war es soweit. In seiner unnachahmlichen Art und Weise, hatte Pfarrer Miczkula kurzerhand den gesamten Austausch umorganisiert und nach Wolin verlegt. Drei Stunden nach unserer Ankunft in Schwedt wurden wir also von einem Bulli und einem Pkw abgeholt und die ca. 100 km weiter gen Norden gebracht.

Dort kamen wir bei einer sehr netten Familie, die zufälliger Weise gerade fünf Gästezimmer frei hatte, unter. Da es keinen Aufenthaltsraum gab, fanden alle Mahlzeiten auf der überdachten Terrasse statt. Dies war kein Problem, da das Wetter mitspielte. Unsere “Herbergseltern” kümmerten sich rührend um uns. Sie zeigten uns ihren kleinen Ort und erklärten uns die Besonderheiten des Nationalparks am Stettiner Haff.

Und dann war da noch Aron. Aron ist ein langhaariger deutscher Schäferhund, der schon in einem Film mitgespielt und als Wolf für das ein Märchenbuch “Rotkäppchen” Pate gestanden hatte. Er ist sehr zahm und konnte von den Jugendlichen nach Belieben “geknuddelt” werden.

Ansonsten genossen wir die Zeit vor Ort mit Schwimmen und Spazieren gehen. Zum Abschied gab es für jeden eine große Tafel Schokolade.

Ach so, der Austausch an sich, also die Begegnung mit den polnischen Jugendlichen, fand übrigens nebenbei auch noch statt – hätte ich fast vergessen. Genau wie in den letzten Jahren. Aber davon müsste man in einem Extrabericht erzählen.

(Bericht: Matthias Weiß)

„Das Deutsch-Polnische Jugendwerk (DPJW) ermöglicht die Begegnung und Zusammenarbeit junger Deutscher und Polen. Es finanziert und initiiert deutsch-polnische Jugendbegegnungen und unterstützt sie inhaltlich.“

Seit 1991 haben mehr als 3 Millionen Jugendliche beider Länder von der Initiative des DPJW profitiert. In unserem Fall, dem Schüleraustausch mit der Grundschule Boleslaw Krzywousty Wolin, hat das DPJW nahezu 90 % aller Kosten übernommen. Erst dadurch wurde unser Austausch möglich gemacht – vielen Dank dafür!

(Quelle: https://dpjw.org/dpjw/)
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